Das Zusammenleben der Völker funktionierte über lange Zeit, so erzählen die älteren Menschen, weitgehend unkompliziert. Angehörige verschiedener Völker und verschiedener Religionen lebten friedlich nebeneinander, die Kinder wuchsen miteinander auf, die Familien aßen miteinander, Frauen und Männer heirateten einander über Volkszugehörigkeiten hinweg.
Die Mekane Yesu Kirche ist eine eher junge, aber ebenfalls schnell wachsende Kirche in Äthiopien. Von ihrer Mitgliedschaft und ihrer Leitung her überwiegend dem Volk der Oromo zugehörig. Das wäre vielleicht in früheren Zeiten kaum erwähnenswert gewesen.
Aber Äthiopien erfährt in jüngerer Zeit einen Prozess, in dem sich die ethnischen Gruppen entlang ihrer "Idenitäten" auseinanderdividieren. Angehöriger anderer Völker werden vertrieben. Heiraten zwischen Ängehörigen verschiedener Völker werden schwieriger wenn nicht unmöglich. Dieser Prozess hält seit einigen Jahren an und es wächst eine Generation heran, für die diese Realität normal ist. Man spricht von einer "Balkanisierung" Äthiopiens.
Die Konsultation wurde am ersten Tag ihrer Tagung von einem Chor begrüßt wurde, der traditionelle geistliche Musik mit Gebetsstäben, Trommel und Sistren, mit Gesang und Tanz vorführte. Sie sangen alle Gesänge - nicht auf Oromo, sondern auf Amharisch. Das ist traditionell die vorherrschende Sprache, die in der Kirche gesprochen wird. Sie war auch lange Zeit die allgemeine Sprache in der Schule wie in der öffentlichen Verwaltung. Heute hat sich das differenziert, Schulbildung kann auch in anderen Sprachen geschehen, aber dann ist es manchmal schwierig, den Weg in den öffentlichen Dienst zu finden. Dort werden nach wie vor gute Kenntnisse in Amharisch vorausgesetzt.
Die Wahrnehmung verschiedener Identitäten und ihre Stärkung ist einerseits befreiend, andererseits stellen sich Fragen der Gerechtigkeit ganz neu.
Kann die Kirche einen Unterschied machen und zeigen, dass im Leib Christi nicht Jude noch Grieche, nicht Sklave noch Freier, nicht Mann noch Frau ist, sondern wir alle eine/r in Christus sind? Wie kann das gehen? Und wie gut gelingt es der Kirche, dem Trend zur Spaltung etwas entgegenzusetzen?
Vergleiche aktuelle Nachrichten:
https://tsde.de/aethiopien
Die Wahrnehmung verschiedener Identitäten und ihre Stärkung ist einerseits befreiend, andererseits stellen sich Fragen der Gerechtigkeit ganz neu.
Kann die Kirche einen Unterschied machen und zeigen, dass im Leib Christi nicht Jude noch Grieche, nicht Sklave noch Freier, nicht Mann noch Frau ist, sondern wir alle eine/r in Christus sind? Wie kann das gehen? Und wie gut gelingt es der Kirche, dem Trend zur Spaltung etwas entgegenzusetzen?
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